Artikel getaggt mit Alternativen

Podiumsdiskussion „Wie wollen wir leben? Gemeinsam?“

Am 5. Dezember findet ab 17:00 Uhr eine Podiumdiskussion im BC-Club (Max-Planck-Ring 16, 98693 Ilmenau) statt, die eine mögliche Umsetzung von sozialem Wohn-, Frei- und Kulturraum in einem etwaigen Gebäude thematisiert. Es soll Impulsreferate geben die Einblick in ähnliche Projekte gewähren und danach wird über mögliche Alternativen diskutiert.

Die Impulsreferate werden vom Wächterhaus Erfurt und Juwel Gotha gehalten.

Podium:
Alina Zhykhar, Kinder- und Jugendbeirat
Johannes Dippert, Studierendenrat an der TU Ilmenau
Dr. Urs Warweg, Wächterhaus Erfurt
Schüler_innensprecherin Lindenberg-Gymnasium
Madeleine Henfling, Bündnis90/Die Grüne

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Lange 17 in der neusten Akrützel-Ausgabe

Unsere Hausbesetzung hat nicht nur in Ilmenau für Schlagzeilen gesorgt. Thüringens einziges unabhängiges Hochschulmagazin berichtet auch und zeigt, dass die Probleme hier, mit denen Jenas und anderswo, zu vergleichbar sind. In der heute veröffentlichten Ausgabe des „Akrützel“ erschien der folgende Artikel von Sarah Salzmann auf Seite 17. Es werden zudem einige Bauprojekte in Jena thematisiert die sozialen Freiraum verdrängen. Hier und nur für euch der Downloadlink zur aktuellen Ausgabe.

WO KAPITALISMUS KEINE ROLLE SPIELT –

ILMENAUER INITIATIVE FORDERT FREIRAUM

Nicht nur in Jena gibt es Konflikte zwischen dem, was die Stadt für richtig hält, und dem, was die Bevölkerung fordert. Der Mangel an soziokulturellem Raum ist ein Problem, das sich auch an anderen Hochschulstandorten bemerkbar macht. In Ilmenau kam es deshalb zur Besetzung eines Hauses.
Nur achteinhalb Stunden dauerte die Aktion, die am 19. Oktober für Aufsehen sorgte. Knapp ein Dutzend Menschen bezog das Haus in der Langewiesener Straße 17 und hielt die Stellung bis die Demonstration um 17:30 Uhr aufgelöst wurde. Mit dem Hinweis, dass das Haus offiziell baupolizeilich gesperrt und wegen Schwamm im Baugerüst einsturzgefährdet sei, wurden die InitiatorInnen des Hauses verwiesen. Ein schriftlich zugesichertes Verhandlungsangebot von Seiten der Stadt und der Tipp, dass um die Ecke bereits zehn Streifenwagen des SEKs warten würden, überzeugten die BesetzerInnen davon, das Haus friedlich zu verlassen. Von einer Strafverfolgung wurde daraufhin abgesehen.
Doch was hat diese kurzlebige Aktion letztlich bewirkt? „Eine ganze Menge“, meint Martin, Mitbegründer der Initiative Lange 17 und Student der angewandten Medienwissenschaften an der TU Ilmenau. „Wir haben ein Bewusstsein geschaffen“, sagt er, darüber, dass es Ilmenau an sozialem Wohn- und selbstverwaltetem Freiraum mangelt. „Das gilt für Musik- oder Theatergruppen, kein unkommerzielles Projekt hat hier die Möglichkeit, etwas zu tun. Gleichzeitig ist es aber auch so, dass es immer mehr an Wohnraum fehlt, für die, die es sich sowieso kaum leisten können“, sagt Martin. Verantwortlich dafür macht er die Gentrifizierung und spricht damit ein Problem an, das sich nicht nur in Ilmenau finden lässt. Wo sich ein gesellschaftlicher Lebensmittelpunkt befindet, steigt die Nachfrage – und somit die Mieten. Dadurch entsteht ein soziales Ungleichgewicht. „An der Stelle müsste die Stadt eingreifen und sich sozial ausgewogen organisieren, was jedoch nicht gemacht wird. Also verdrängen die, die es sich leisten können, jene, die es nicht können“, erklärt Martin. Da vor allem Hochschulstädte als Zentren des sozialen Lebens gelten, kommt es dazu, dass sich manche das Wohnen dort nicht leisten können und daher auf das Studium verzichten. „Es sind alternative Systeme nötig. Aber am Ende geht es immer darum, Geld zu verdienen“, meint Martin.
Gerade Ilmenau als angesehener Wissenschaftsstandort legt Wert auf ein gepflegtes Image. Zahlreiche innerstädtische Bauprojekte wie ein gläserner Bürokomplex am Bahnhof oder eine moderne Fußgängerbrücke als Alternative zur heruntergekommenen Bahnsteigunterführung verdrängen die Subkultur aus dem Stadtbild. Eine bunt besprühte Baracke, die lokalen Bands jahrelang als alternativer Proben- und Partyraum diente, wurde durch ein Vereinshaus ersetzt. Hinzu kommt Baumagnat Marek Schramm, der die Stadt mit immer neuen Großbaustellen übersät, die keinen Platz für erschwinglichen Wohnraum lassen. Vielen Studierenden bleibt nichts anderes übrig, als in die Wohngebiete außerhalb des Stadtzentrums zu ziehen.
Mit der Hausbesetzung wollte man auf dieses Problem aufmerksam machen und die Stadt zum Handeln bewegen. Immerhin ließen sich Bürgermeister Kay Tischer und Vertreter der Stadt auf ein Verhandlungsgespräch mit den BesetzerInnen ein und stimmten zu, die Initiative bei der Kontaktaufnahme mit HauseigentümerInnen zu unterstützen – allerdings nur, wenn diese der Vermittlung zustimmen. „Man merkt, dass die Stadt kein Interesse an unseren Forderungen hat, ihre Machtposition konsequent ausspielt und auf Verzögerung baut“, bemängelt Martin. Man habe Angst davor, dass sogenannte ‚Hausbesetzertouristen‘ nach Ilmenau kommen und dadurch vermehrte Konfrontationen mit der Polizei an der Tagesordnung stünden.
Auch wenn sich die Stadt nur geringfügig kooperativ zeigt, aufgeben werden Martin und seine MitstreiterInnen nicht. „Es ist moralisch richtig, was wir getan haben, nur war es gesetzlich falsch. Auch wenn wir nicht in dem Haus wohnen, haben wir es geschafft, dass die Aktion innerhalb der Ilmenauer Gesellschaft breit diskutiert wurde.“
Solidarität erfuhr die Initiative auch aus kommunalpolitischen Kreisen wie von der Linken, den Jusos und den Grünen. Auch im Stura der FSU wurde ein offizieller Antrag zur Solidarisierung mit den BesetzerInnen gestellt, der aber noch eines Beschlusses bedarf.
Die InitiatorInnen sind sich darüber im Klaren, dass die Chancen gering sind, doch noch EigentümerInnen zu finden, die ihre Objekte zur Verfügung stellen. „Wir könnten natürlich noch mal ein Haus besetzen, aber ob wir dann erneut Verhandlungen bekämen, ist fraglich“, sagt Martin und verweist darauf, dass Ilmenau nur eine kleine Stadt ist und sich die Zahl der UnterstützerInnen in einem überschaubaren Rahmen hält.
„Ich kann zwar immer weiter aufstacheln, aber am Ende verbrenne ich mir die Finger. Hinzukommt, dass ich das nur nebenher mache.“ Ihren Traum wird die Initiative Lange 17 dennoch nicht aufgeben: einen Freiraum zu schaffen, wo der Kapitalismus keine Rolle spielt.

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Liste mit Alternativen beim Bürgermeister

Wir haben, wie im Gespräch vereinbart, eine Liste mit Adressen an Herrn Bürgermeister Tischer gesandt und hoffen nun auf eine Rückmeldung dazu. Auch unser Brief an die Hausbesiter_innen ist in der Rohfassung fertig. Wenn ihr möchtet, könnt ihr ihn hier ansehen (Brief an Besitzer_in) und kritisieren. Wir sind gespannt …

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Ergebnis des Gespräches mit dem Bürgermeister

Das Gespräch verlief zielführend und brachte ein klares Ergebnis. Wir suchen jetzt selbstständig nach möglichen Objekten in der Stadt. Und geben diese Vorschlagliste zusammen mit unserm Konzept an den Bürgermeister. Der Bürgermeister leitet unser Konzept und unseren Kontaktdaten an die Besitzer*innen weiter mit der Bitte sich mit uns in Verbindung zu setzen. Wir bleiben weiterhin mit der Stadt im Gespäch.

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Verhandlungen heute um 15:00 Uhr im Rathaus

Heute ist es so weit. Die versprochenen Verhandlungen zur gemeinsamen Suche nach einem alternativen Objekt zur „Langen 17“ beginnen. Wir möchten gemeinsam mit der Stadtgesellschaft uns konkret für sozialen Wohnraum und unkommerzielle Projekträume einsetzen. Das Ergebnis sollte
# ein selbstverwaltetes,
# zentral gelegenes,
# für soziale Wohnräume herrichtbares,
# mit Projekträumen ausstattbares
Objekt zur freien Entfaltung von Kultur, Solidarität und soziale Alternativen sein. Wir möchten dies zusammen mit Bürgermeister Tischer besprechen und echte Lösungen finden.

Gestern haben über 100 Unterstützer_innen die Petition online oder auf Papier gezeichnet. Heute sind wir ab 12:30 Uhr wieder im Mensa-Foyer der TU Ilmenau. Auch der Studierendenrat hat sich ohne Gegenstimme mit uns solidarisiert. Dafür vielen Dank. Auch erhielten wir solidarische Ermunterungen aus den Reihen von Jusos/SPD, Linke, Grüne, Kulturelle Koordinierung e.V., Kinder- und Jugendbeirat, ProBockwurst/Bürgerbündnis-Fraktion und einigen anderen. Wir können gar nicht alle Unterstützter_innen nennen, aber glaubt uns: wir sind euch mega dankbar!

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Kurze Klarstellung für unsere Unterstützer_innen

In den letzten Tagen entstand der Eindruck, wir würden uns öffentlich von unseren Unterstützer_innen distanzieren. Wir solidarisieren uns weiterhin mit allen Gruppierungen, die sich mit uns solidarisieren und unser Selbstverständnis mittragen! Da werden keine Personen und Gruppen ausgeschlossen!

Dabei ist der gewählte Kleidungsstil herzlich egal, solange keine Uniform getragen wird, und wir sind sehr glücklich über jede_n Unterstützer_in. Wir erhielten Unterstützung von der Roten Hilfe für die wir uns bedanken möchten. Viele Aktivistinnen und Aktivisten mit und ohne Erfahrung in der Schaffung von unkommerziellen Freiraum standen uns mit Rat und Tat zur Seite. Denen gebührt Dank!

Wenn wir uns von Gewalt distanzieren, meinen wir Gewalt gegen Menschen, Tiere und gesellschaftliches Eigentum. Am Sonnabend ist niemand von Seiten der Besetzer_innen und deren Unterstützer_innen gewalttätig geworden. Von SEK und einigen Mannschaftswägen der Polizei wurde ein Bedrohungsszenario aufgebaut.

Zudem möchten wir anmerken, dass Menschen kriminalisiert wurden. Wenn eine Besetzung länger leer stehender Gebäude ein radikales Mittel zur Schaffung von unkommerziellem Freiraum ist, dann sind wir eine radikale Gruppe. Wir möchten auch weiterhin mit unseren Unterstützer_innen zusammenarbeiten und Projekte durchführen. Wir verwehren uns jeglicher Bemühungen die das Ziel haben sich unterstützende Gruppen gegeneinander auszuspielen und die Suche nach einem „Freiraum für Kultur, Solidarität und soziale Alternativen“ zu behindern.

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wo geht die Reise hin?

Polizeihauptmeister Koch kam mit Bürgermeister Tischer und Hausverwalter Just und wiesen auf Schwamm im Hausgebälk hin und dass das Gebäude in den nächsten Tagen abgerissen wird. Bürgermeister Tischer bot ein Gespräch an in der kommenden Woche um nach einem alternativen Gebäude zu suchen. Daraufhin haben wir die Sachen gepackt um den angedrohten Strafen zu entgehen. Wir werden den Ruf nach sozialen Wohnraum nicht verhallen lassen und Polizei, Stadt und Verwaltung an ihre Versprechen erinnern. Das Gesprächsangebot haben wir uns sogar schriftlich geben lassen:

Bürgermeister

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