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Treffen mit Vertretern des Landratsamtes Ilm-Kreis

Das ergebnisoffene Gespräch mit dem Büroleiter der Linken Landrätin Herrn Bauerschmidt und dem Amtsleiter für Gebäude- und Liegenschaftsmanagement Herrn Sommerfeld am 19.12.2013 in der Außenstelle Ilmenau endete ohne ein konkretes Gebäude.

Aufhänger war die Anfrage zur Nutzung des Gebäudes am Wetzlarer Platz. Eine Nutzung ist leider nicht möglich. Die Vertreter des Landkreises übergaben uns bei dieser Gelegenheit eine Liste der kreiseigenen Gebäude in Ilmenau, welche aber alle noch in Nutzung sind. In anderen Orten des Landkreises gibt es durchaus Leerstand. Dies verwundert uns wenig, denn da gibt es auch keine Verdrängung von Bevölkerungsgruppen.

Auch wenn es nicht die Lösung unseres Anliegens ist, so begrüßen wir doch die Zusage Herrn Sommerfelds sich mit dem Studierendenrat über eine Verstärkung der ÖPNV-Anbindung mit den Ortsteilen Manebach und Langewiesen zu unterhalten.

Auch die leer stehenden Räumlichkeiten in der IWG-eigenen Goethepassage wurden kurz thematisiert. Jedoch sind diese für unser gesamtes Projekt nicht geeignet. Für ein einzelnes nicht-kommerzielles Projekt sehen wir allerdings Chancen. Unser Anliegen wurde seitens der beiden Vertreter als sehr wichtig erachtet.

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soziale Ausgrenzung ist kein Ilmenauer Phänomen

Ilmenau ist ein Hochschulstandort, Arbeitsplatz und ein kulturelles Zentrum im Thüringer Wald. Viele Menschen kommen zum Arbeiten, zur Ausbildung, zum Studieren, kurzum zum Leben nach Ilmenau. In den Großstädten steigen die Mieten stetig und auch in Ilmenau gibt es mittlerweile die höchsten Bodenpreise des gesamten Ilm-Kreises. Parallel steigen die Betriebskosten jährlich an. Gleichzeitig werden soziale Hilfen und die kleinen Gehälter langsam von der Inflation aufgebraucht. Nicht wenige der kleinen Leute geben schon jetzt 50% ihres Monatseinkommen für die eigenen vier Wände aus.

Der Mangel an bezahlbaren Räumlichkeiten wirkt sich auch auf viele soziale Projekte aus. Unkommerzielle Projekte spielen kein Geld ein, welches reichen würde um die nötige Miete zu bezahlen und sind nicht so lukrativ wie bspw. Oberklassewohnungen. Studentenwerk Thüringen, Wohnungsbaugenossenschaft (WBG) und Ilmenauer Wohnungsgesellschaft (IWG) sind nicht in der Lage neuen Wohnraum zu schaffen. Bürgermeister und Oberbürgermeister halten sich selbst nicht für zuständig.

Wir haben ein anderes Gebäude in Ilmenau in einer öffentlichkeitswirksamen Aktion angefangen zu renovieren, um zu zeigen, dass auch Ilmenau ein Wohnungsproblem für Menschen ohne starken finanziellen Hintergrund hat. Die Solidarität quer durch die Stadtgesellschaft unterstrich diese Wahrnehmung. Es fehlt an sozialem Wohnraum in einer Preislage die nicht mehr profitabel ist. Nur noch finanzstarke Investoren wie Marek Schramm, Wolf&Fabig u.a. können noch Wohnungen bauen, die sich wieder nur Studierende mit reichen Eltern oder gutgestellte Arbeitnehmer_innen leisten können. Diese Wohnungen sind auch oft von schlechter Qualität, d.h. schlecht gedämmt, schimmeln und sind überteuert. Immer darauf ausgerichtet schnell viel Geld zu verdienen.

Die Verdrängung oder Ausgrenzung bestimmter Bevölkerungsschichten nimmt zusätzlich negativ Einfluss auf die Bildungsmöglichkeiten von Arbeiter_innenkinder. Sie werden vom Studieren zunehmend u.a. dadurch ausgeschlossen. Das BAföG sieht eine Wohnpauschale von 224€ vor, die jedoch nicht an die Situationen in den Hochschulstädten angepasst wird. Es ist nur eine Frage der Zeit bis auch in Ilmenau bei den letzten Studierenden die Wohnkosten die Pauschale übersteigt. Der restliche Grundbedarf orientiert sich nicht an den steigenden Fahrtkosten, Verpflegungskosten, Semesterbeiträgen, uvm.

Das Problem ist flächendeckend. Der Prozess der Verdrängung der Menschen mit kleinen Einkommen ist kein neues Symptom Ilmenaus. In vielen anderen Städten wie Jena oder Berlin geht es ähnlich zu. Es ist ein strukturelles bzw. systematisches Problem, dass auf das fehlende Eingreifen der Politiker_innen in den entfesselten kapitalistischen Wohnungsmarkt zurückgeht. Das Gewinnen einiger Weniger wird auf dem Rücken der breiten Gesellschaft ausgetragen.

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